GOZO
Das unentdeckte Paradies ( Quelle: Fremdenverkehrsamt Malta )
Was von den meisten einfach als "Insel Malta" bezeichnet
wird, ist tatsächlich eine Inselgruppe, bestehend aus der Hauptinsel Malta und der
kleineren, aber völlig eigenständigen Insel Gozo sowie dem Inselchen Comino.
Tatsache ist, daß die Existenz von Gozo und Comino den meisten Urlaubern vor ihrem Besuch
der Inselgruppe nicht bekannt war.
"Eine Schande" sagen diejenigen, die an ein bißchen mehr Tourismus auch auf der
Insel Gozo interessiert sind.
"Gott sei Dank" sagen aber die echten Gozo - Fans, einschließlich der
überwiegenden Mehrheit der Gozitaner, denn sie wollen möglichst alles so lassen, wie es
ist.
Das hat beileibe nichts mit Rückständigkeit zu tun und schon gar nichts mit
Fremdenfeindlichkeit - die Gozitaner sind die freundlichsten Leute, die man sich denken
kann - sondern nur mit weiser Voraussicht: Man ist ein wenig besorgt um das gewohnte Leben
und um die intakte Struktur des kleinen Inselvölkchens, wenn zu viele Touristen auf die
Insel strömen würden.
Nun, der Urlauber, der sich trotz geringer Bekanntheit Gozos zu einem Besuch der Insel
entscheidet, ist der Nutznießer dieser Situation: Er kommt in ein kleines Paradies. Die
Fahrt mit der Fähre von Cirkewwa im äußersten Norden Maltas nach Mgarr, dem kleinen
Fährhafen Gozos, dauert zwar nur ca. 30 Minuten, aber diese Fahrt ähnelt einer Reise mit
der Zeitmaschine in die Vergangenheit: eben noch moderne Hektik, geschäftiges Treiben und
lärmender Autoverkehr in Valletta oder Sliema, hier plötzlich eine andere Welt, eine
Welt der Ruhe und der heiteren Gelassenheit.
Bauern und Fischer - hart, fleißig, freundlich
Dies gilt für die Landschaft, die sauberen, einfachen Dörfer und kleinen Städte, besonders aber für die Gozitaner selbst. Während die Malteser immer mehr von Handel und Wandel lebten, war und ist Gozo vorwiegend eine Insel der Bauern und Fischer. Der harte Kampf mit der See und dem nicht gerade üppigen Boden hat ihren Charakter geprägt. Um ja keinen Fuß breit an wertvoller Anbaufläche zu verlieren, haben sie den Terrassenanbau zu höchster Blüte gebracht, der allerdings einen Maschineneinsatz so gut wie unmöglich macht. Wie eh und je wird mit Hacke und Sense gewirtschaftet, und der Eselskarren ist das bevorzugte landwirtschaftliche Gefährt. Um so erstaunlicher ist das Ergebnis dieser harten Arbeit: Weit mehr als auf Malta grünt und blüht es auf Gozo, besonders natürlich im Winter und im frühen Frühling. Diese Zeit gleicht einem schönen Frühsommer in Mitteleuropa.
Kampf gegen Piraten bis ins 18. Jahrhundert
Sorgfalt im Umgang mit wertvollem Boden hat die Gozitaner auch dazu
gebracht, ihre Dörfer und kleinen Städte vorwiegend auf die felsigen Anhöhen der Insel
zu bauen. Dies bot auch etwas mehr Schutz gegen die häufigen Überfälle der Piraten, die
bis weit ins 18. Jahrhundert hinein diesen Teil der Welt unsicher machten und Gozo
zeitweise auch als Schlupfwinkel während ihrer Beutezüge benutzten. Mehr als die
Malteser mußten die Gozitaner zu jenen Zeiten immer wieder einen hohen Tribut an
Menschen, Hab und Gut an die Piraten und die Türken leisten.
Beim Überfall der Türken unter Sinan Pascha im Jahre 1551 wurde praktisch die gesamte
Insel entvölkert. Die meisten Alten wurden getötet, die Kräftigsten verschleppt. So kam
es, daß die Insel über die Jahrhunderte hinweg nur den Zähesten, Kämpferischsten und
Klügsten eine Überlebenschance bot und so die Menschen prägte - Eigenschaften, die bis
heute für die Gozitaner typisch sind.
Viele mußten wegen ungenügender Lebensbedingungen auswandern, sie gingen nach
Australien, in die USA und nach Kanada.
Man blieb aber immer Gozitaner, und viele kehrten später auch wieder auf ihre Insel
zurück, sofern man es zu etwas gebracht hatte. Nicht wenige haben es auf der Nachbarinsel
Malta zu Besitz, Amt und Würden gebracht. Darauf ist man natürlich besonders stolz,
zumal die "quicken" - und nach Meinung mancher Gozitaner etwas zu stark von sich
selbst eingenommenen - Malteser dazu neigen sollen, die Gozitaner als "Bauern"
abzutun.
Aber in Wirklichkeit ist es natürlich so, wie man im vertraulichen Gespräch an der Theke
hören kann, daß es nur einen Gozitaner braucht, um zehn Malteser in die Tasche zu
stecken. Die Tatsache, daß viele berühmte Köpfe Maltas aus Gozo kommen, beweise dies
eindeutig.
Gozitaner sind keine Malteser
Es gibt viele Witze und Anekdoten, mit denen die charakteristischen Unterschiede zwischen Maltesern und Gozitanern herausgestellt werden, und mit denen man sich gegenseitig hochzieht - freundschaftlich, versteht sich. Wer aber ein bißchen tiefer in die Geschichte und die Welt Gozos eindringen will, tut dennoch sicher gut daran, die Gozitaner nicht einfach mit den Maltesern in einen Topf zu werden.
Araber und Ritter bestimmen die Geschichte Gozos
Die Geschichte Gozos ist eng mit der von Malta verknüpft und wird,
wie auch auf Malta, stark durch den Einfluß der Araber und vor allem der Johanniterritter
bestimmt. Viele Ortsnamen und viele Wörter der maltesischen Sprache sind arabischen
Ursprungs.
Der Einfluß der Ritter wird äußerlich an den vielen schönen Barockkirchen Gozos
deutlich. Als Mittelpunkt der Dörfer und der kleinen Städte thronen sie überall auf den
Bergspitzen und grüßen majestätisch weithin in das Land. Sie bestimmen das Bild Gozos.
Typisch dafür ist die Zitadelle mit der Kathedrale in der Hauptstadt Victoria. Der Blick
von den Mauern der Zitadelle geht weit über das Land und vermittelt, eingedenk der
Geschichte dieser Insel, Ehrfurcht. Den Ursprung der Zitadelle legt man in die Mitte des
15. Jahrhunderts, ihr Bau galt dem Schutz der Bevölkerung gegen Überfälle der Türken
und Piraten.
Gozo - eine gigantische Kirche, ein Tempel der Riesen, der erste Tourist
Trotz der gemeinsamen Geschichte verweisen die Gozitaner nicht ohne
Stolz auf einige Besonderheiten Ihrer Insel. So steht auf Gozo nicht nur eine der
größten Kuppelkirchen Europas und einer der größten und mit 5.500 Jahren ältesten
Megalith-Tempel des maltesischen Archipels, nämlich Ggantija, sondern man glaubt auch,
noch weit früher als die Malteser - die immer wieder auf den dreimonatigen Aufenthalt des
Apostel Paulus auf Malta verweisen - einen mindestens ebenso prominenten Besucher gehabt
zu haben:
Odysseus nämlich, der in einer kleinen Höhle oberhalb der Ramla - L - Hamra Bay von der
verführerischen Nymphe Kalypso sieben Jahre lang gefangengehalten wurde.
Gozo - Fisch, Wein, Brot und "Gbejniet"
Eine echte Besonderheit haben sich die Gozitaner unwidersprochen mit
ihrem wirklich einmaligen Käse, dem "Gbejniet" geschaffen - eine Köstlichkeit,
die zusammen mit dem knusprigen Brot zu jeder guten Mahlzeit auf Gozo gehört. Zwar nehmen
einige Malteser den "Gbejniet" auch wieder zum Anlaß, sich über die Gozitaner
lustig zu machen, indem sie behaupten, dieser Käse gehöre eigentlich in das Wappen der
Insel Gozo, da ohne den "Gbejniet" bei den Gozitanern angeblich nichts geht.
Die Gozitaner sehen das aber als einen typischen Fall von Verdrängung. Der beste Beweis
dafür ist, daß ein Großteil der hausgemachten "Gbejniet"- Produktion, wenn
nicht sogar der Löwenanteil, von den Maltesern konsumiert wird.
Comino - azurblaues Meer und Kümmelduft
Wem es auf Gozo immer noch zu "hektisch" zugeht, für den gibt es Comino, das etwa 3 km² kleine Kümmelinselchen vor Mgarr. Bienengesumm und Meeresrauschen sind hier das einzige, das die Stille durchbricht. Es gibt zwei kleine Sporthotels für Schnorchler, Surfer und Taucher, denn für Wassersportler ist Comino ein Paradies.
Gozo - Geheimtip gegen Streß zu jeder Jahreszeit
Nun, wie dem auch sei, Gozo und Comino sind eine Welt für sich, ein
Geheimtip für all diejenigen, die eine Verschnaufpause von der Hektik und dem Streß in
einer Industriegesellschaft brauchen.
Aber auch für jeden, der auf Malta Urlaub macht, lohnt sich ein Tagesausflug nach Gozo
allemal. Nirgends sind die Menschen freundlicher als hier, und was gibt es schöneres, als
nach einem erfüllten Tag und einem abendlichen Essen in einem der gemütlichen
Restaurants auf Gozo, bei dem ein Landwein der Insel ganz sicher nicht fehlen darf, unter
südlichem Sternenhimmel mit der Fähre zurück nach Malta zu schippern. Gozo, ein
unvergeßliches Erlebnis, zu jeder Jahreszeit.
Zur Klimatabelle
Zur besseren Orientierung hier die GOZOKARTE
Adressen, die Ihnen weiterhelfen können:
Tauchverbände in Malta:
FUAM, Federation of Underwater Activities in Malta 
Affiliated to CMAS
P.O. Box 29
Gzira
Malta
APDS, Association of Professional Diving Schools
Msida Court
6 1/2 Msida Sea Front
Msida
Malta
sowie das
Fremdenverkehrsamt
Malta
Schillerstraße 30 - 40
60313 Frankfurt
Tel.: 069 / 28 40 60 oder 28 58 90
Fax: 069 / 28 54 79
Weiter hat der Taucherarzt von Gozo, Dr. Mario Saliba, eine interessante Hompage sowohl über das Tauchen auf Gozo als auch über die tauchmedizinische Versorgung etc. erstellt. Die Seite ist auf englisch und beinhaltet viele Fotos und Tips.